DIES & DAS zu Honig

Die App für Bienenfreunde

Bienen-App
Bienen-App

Bienen aktiv im eigenen Garten oder auf dem Balkon schützen – mit der kostenlosen Bienen-App des BMEL mobil über Bienenfreundlichkeit informiert.

Bienen brauchen blühende Pflanzen – der süße Nektar der Blüten ist ihr Grundnahrungsmittel. Während die Bienen von einer Blüte zur nächsten fliegen, verteilen sie auch die wichtigen Pollen auf den Blüten. Denn nur so kann sich ein Großteil unserer Pflanzen überhaupt vermehren und Früchte tragen. Bienen sind damit für unser Ökosystem unverzichtbar.

Doch es ist schwierig für die Bienen geworden über das ganze Jahr Nahrung zu finden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt sich für die Gesundheit der Bienen und ihren Lebensraum ein. Mit der Bienen-App des BMEL kann nun jeder selbst auf seinem Balkon, auf der Terrasse oder im Garten Blühpflanzen anpflanzen, die besonders bienenfreundlich sind. Die App verfügt über ein Lexikon mit mehr als 100 bienenfreundlichen Pflanzen, in dem über verschiedene Merkmale wie Blütenfarbe, Blühzeit oder den besten Standort der Pflanzen informiert wird. Die App bietet außerdem viel Hintergrundwissen über Honigbienen, Wildbienen oder Wespen sowie ihre Gewohnheiten. In einem Bienenquiz kann dann auch das eigene Wissen getestet werden. Quelle: BMEL

Honigbiene-Infoposter
Honigbiene-Infoposter

Honigbiene-Infoposter

Honig – Verband begrüßt Abstimmung im EU Parlament zur Änderung der EU Honig – Richtlinie

Honigvielfalt
Honigvielfalt

Der Honig-Verband begrüßt die aktuelle positive Abstimmung im EU Parlament über den Gesetzesvorschlag zur Änderung der EU Honig – Richtlinie.
Die vorgeschlagene Modifikation der Richtlinie stellt klar: Blütenpollen sind keine Zutat im Honig, sondern ureigenster und wertbestimmender Bestandteil des Honigs. Diese Sichtweise wird von einer großen Mehrheit in der EU geteilt und wurde mit der jüngsten Abstimmung bestätigt.

Die Änderung der EU Honig – Richtlinie wurde notwendig in Konsequenz auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 6. September 2011, in dem – anders als bisher – Blütenpollen als Zutat im Honig bewertet wurden. Mit der aktuellen Abstimmung wird nun Rechtssicherheit für alle am Honig – Handel Beteiligte geschaffen.

Honig ist ein natürliches Lebensmittel und kein zusammengesetztes Produkt. Dies entspricht auch dem Verständnis der Verbraucher. Anders als bei Gebäck, bei dem der Bäcker verschiedene Zutaten dem Teig hinzufügt, sind Blütenpollen, deren maximaler Anteil im Honig 0,1 Prozent ausmacht, ein honigeigener Bestandteil, den die Bienen beim Sammeln des Nektars eintragen.

Auch alle bisher geltenden gesetzlichen Regelungen für Honig legen seit Jahrzehnten fest, dass dem Honig keine anderen Stoffe hinzugefügt werden dürfen. Mit der Pollenanalyse wird im Übrigen seit vielen Jahren die Sortenreinheit und die Herkunft des Honigs bestimmt. Diese Möglichkeit würde durch die Definition des Pollens als Zutat gefährdet werden. Auch aus diesem Grund ist die aktuelle Klarstellung aus Sicht des Honig-Verbands wichtig und richtig.

Die Schlussfolgerungen des EuGH vom 6. September 2011 bleiben weiter bestehen. Die
EU – Verordnungen für genveränderte Lebens- und Futtermittel sind – wie für andere Lebensmittel – auch auf Honig anwendbar.

Von der jüngsten Änderung unberührt bleibt insbesondere die Tatsache, dass für Honig mit Pollen von in der EU nicht zugelassenen Genpflanzen weiterhin die Nulltoleranz gilt. Dieser Honig darf also nicht in den Verkehr gebracht werden. Das wird durch regelmäßige Analysen der dem Verband angeschlossenen Unternehmen, des Handels und der Lebensmittelüberwachung sichergestellt.
H o n i g-V e r b a n d e.V. Foto: Honig-Verband e.V.

Honig aus Berlin und Brandenburg

In unserer grünen Hauptstadt Berlin finden Bienen einen neuen Lebensraum. Wälder, Parks und auch die vielen Kleingärten sorgen dafür, dass sich Bienen und Hummeln wohl fühlen. In der Stadt ist es wärmer und die Bienenvölker finden reiche Ernte vor. Über 3000 Bienenvölker leben in Berlin und noch mehr im nahen Umland. Betreut werden sie von 500 Profi- und Hobbyimkern.

Die Bienen, die so viel für uns Menschen tun, sind massiv bedroht durch Monokultur und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft. Inzwischen hat wohl jeder mitbekommen, dass dringend etwas getan werden muss. Ganz im Kleinen kann jeder von uns etwas für den Bienenschutz tun. Eine gute Hilfe bietet die neue Bienen App der Bundesregierung.

Dort erfährt man sofort, welche Pflanzen und Maßnahmen bienenfreundlich sind. Anstatt Buchsbaum sollten wir lieber wieder Blumen pflanzen, an deren Blüte wir uns erfreuen und die ganz nebenbei die beste Überlebenshilfe für Bienen sind. Wer keinen Garten oder Balkon hat, kann hässliche Flächen in der Stadt begrünen – Guerilla Gardening macht Spaß und tut uns allen gut.

Auch die weit verbreitete Angst vor Bienen ist unbegründet. Unsere stacheligen Mitbewohner stechen nur, wenn sie sich provoziert sehen. Kindern sollte man gleich den richtigen Umgang mit Bienen vorleben und ihnen erzählen, wie wertvoll diese für uns sind.

Einer der zahlreichen Imker der Hauptstadt ist Dr. Andreas Pflitsch. Er betreut Bienen in Berlin und Brandenburg und bietet Lagenhonig an, also einen Honig mit eindeutiger Herkunftsbezeichnung. Auf den Dächern der Zionskirche im Prenzlauer Berg und der Sophienkirche in Berlin Mitte produzieren seine fleißigen Großstadtbienen Stadthonig. Ein aromatischer Sommerblütenhonig und ein würziger Lindenhonig kommen von hier.

Seine nicht minder fleißigen Landbienen arbeiten in Petershagen am Rande von Berlin. Sie stellen aus Rapsblüten- und Löwenzahnnektar einen ganz feinen Frühlingsblütenhonig her. Eine weitere Besonderheit von Dr. Andreas Pflitsch ist Golfhonig vom Golfpark Schloss Wilkendorf. Dort betreut er Bienenvölker am Sandy Lyle Platz, die für einen fruchtigen Sommerblütenhonig sorgen. Golfplätze sind ideal für Bienen, denn neben den kurz gemähten Flächen gibt es immer naturbelassene Wiesen und Wälder, das bei Golfern gefürchtete Rough.

Ein Gastbeitrag von Ellen Brennan – lekker.berlin

Bienen passen sich an

Nestbau mit Plastik
(aid) – Wenn der Frühling beginnt und es wärmer wird, werden auch die Bienen wieder aktiv. Dazu gehört auch, Material für den Nestbau zu suchen. Mindestens zwei Solitär-Bienenarten, darunter Megachile campanulae, die in urbanen Räumen leben, nutzen dafür auch Plastikteilchen. Das fanden Wissenschaftler der kanadischen Universität Guelph heraus. In den Nestern der zur Gattung der Mörtel- und Blattschneiderbienen gehörenden Megachile-Arten, die normalerweise Blätter und Pflanzenrückstände für den Nestbau nutzen, wurden Teile von Plastiktüten und anderem Kunststoffbaumaterial gefunden. Die Wissenschaftler finden diese Beobachtung bemerkenswert, weil sie zeige, wie anpassungsfähig Bienen seien und vorhandene Ressourcen nutzten.

Das Plastikmaterial zu finden, glich einer Detektivarbeit, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Es war nur mit Hilfe eines Elektronenmikroskops, Röntgenanalyse und Infrarotmikroskopie möglich, die Polymere zu identifizieren und von dem üblicherweise genutzten Pflanzenmaterial zu unterscheiden. Auch M. rotundata nutzt Plastiktüten-Teilchen für den Bau von Brutzellen. Plastik ersetzte etwa ein Viertel des normalerweise von dieser Bienenart genutzten Alfa-Alfa-Blattmaterials. Die Bienen „kauten“ das Plastikmaterial anders als die Blätter. Das lässt die Wissenschaftler vermuten, dass die Bienen die Plastikteilchen nicht versehentlich, sondern absichtlich gesammelt haben.
Renate Kessen, www.aid.de

www.uoguelph.ca/news/2014/02/post_261.html

Bienen und Heuschrecken

Richtige Mahd fördert die Artenvielfalt auf der Wiese
(aid) – Wenn Wiesen später gemäht und begrünte Rückzugsgebiete angelegt werden, steigt die Zahl der Wildbienen und Heuschrecken auf den Flächen. Diese einfachen Maßnahmen können einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten, erklären Ökologen der Universität Bern. Offenbar liefern die begrünten Wiesen noch Nektar und Pollen, wenn andere Quellen bereits versiegt sind. Die Kulturlandschaft wird abwechslungsreicher und das fördert ebenfalls die Biodiversität.

Im Rahmen von zwei Studien gingen die Schweizer Wissenschaftler der Frage nach, wie die Artenvielfalt in extensiv genutzten Wiesen mit möglichst einfachen Maßnahmen gesteigert werden kann. Dazu verglichen sie die Biodiversität von Bienen und Heuschrecken auf Nutzwiesen an 12 Standorten im Schweizer Mittelland, die auf verschiedene Arten gemäht wurden. Bei der ersten Variante ließen die Landwirte 10 bis 20 Prozent der Wiese bei der ersten Mahd stehen, um den Insekten ein begrüntes Rückzugsgebiet zu bieten. Diese Maßnahme hatte einen positiven Effekt auf die Zahl und die Artenvielfalt der Wildbienen. Nach einem Jahr stieg die Zahl der Bienen um 36 Prozent. Bei den Heuschrecken hatte sich die Gesamtzahl im Laufe von zwei Jahren auf den Flächen sogar verdoppelt. Die totale Artenvielfalt dieser Tiergruppe konnte im Vergleich zu Wiesen ohne Rückzugsflächen um knapp ein Viertel gesteigert werden.

Bei der zweiten Variante erfolgte die Mahd statt konventionell am 15. Juni einen Monat später am 15. Juli. Auch diese Maßnahme beeinflusste die Artenvielfalt positiv – besonders deutlich bei der Heuschreckenpopulation. Im Vergleich zu den herkömmlich gemähten Wiesen stieg diese auf das Fünffache. Das wirkte sich auch förderlich auf die Entwicklung anderer Tiere wie Vögel und Fledermäuse aus, die sich von diesen Insekten ernähren.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen: www.aid.de/landwirtschaft/artenschutz_wildbienen.php

Schüler begeistern sich für Imkerei

Biene
Biene

Topbar-Bienenhaltung heißt ein einfaches Bienenhaltungssystem, mit dem künftige Imker an die Bienenhaltung herangeführt werden sollen. Der Topbar-Bienenkasten wurde am Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau entwickelt und inzwischen erfolgreich getestet.

Das Interesse an der Imkerei wächst, seitdem das weltweite Bienensterben in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewonnen hat. Die hohen Startinvestitionen und der Arbeitsaufwand stellen aber häufig ein Hindernis für den Einstieg in die Imkerei dar, berichtete Dr. Stefan Berg in der Zeitschrift „Schule und Beratung“. Der Topbar-Bienenkasten ermöglicht Bienenhaltung mit einfachen Mitteln und geringem technischem Aufwand. An Bienenhaltung Interessierte können so erst einmal herausfinden, ob die Imkerei eine mögliche künftige Freizeitbeschäftigung sein kann.

Dieser Bienenkasten besteht aus einer einfachen Kastenkonstruktion mit abgeschrägten Seitenwänden. In diesen „Trog“ werden von oben Leisten eingelegt, an die die Bienen ihre Waben anbauen. Die Bienen betreiben freien Wabenbau wie es auch in der Natur der Fall ist. Die einzelnen Oberträgerleisten können herausgenommen werden, so dass alle Maßnahmen zur Bearbeitung der Völker möglich sind.

Diese einfache Art der Bienenhaltung ist auch für Schulen geeignet, die sich zum Beispiel in Arbeitsgemeinschaften mit Bienen beschäftigen möchten. Es ist kein umfangreicher Material- oder Raumbedarf nötig. Lediglich ein Standplatz muss gefunden werden. So können Schülerinnen und Schüler den Umgang mit der Honigbiene lernen und gleichzeitig ökologische Zusammenhänge erkennen.

Das Konzept der Topbar-Bienenhaltung wird von der AUDI-Umweltstiftung gefördert. Bisher erhielten 20 bayerische Schulen ein komplettes Set zur Bienenhaltung (Bienenkasten, Arbeitskleidung usw.). Die Fachberatung des Fachzentrums Bienen unterstützt die Lehrkräfte in der Anfangsphase. Aber auch lokale Imker und Imkervereine helfen den jeweiligen Schulen beim Einstieg in die Imkerei.

Renate Kessen, www.aid.de

Langnese Minis Sommerblüte

Langnese Minis
Langnese Minis

Die beliebten Minis von Langnese Honig “Sommerblüte, goldklar” und “Landhonig, goldcremig” präsentieren sich in einem neuen Gewand: Mit der handlichen 5 x 20-Gramm-Faltschachtel ist immer eine Portion Honig zur Hand – damit sind die Minis ideal für zu Hause und unterwegs.

Sie sind klein, lecker und einfach praktisch: Die Langnese Minis in der 20-Gramm-Portionspackung. Fünf Mini-Ausgaben der bekannten Langnese Sorten “Sommerblüte, goldklar” oder “Landhonig, goldcremig” sind jetzt jeweils in der neuen platzsparenden und wiederverschließbaren Faltschachtel erhältlich. Ob für süße Snacks bei der Arbeit, unterwegs auf Reisen oder als leckerer Brotaufstrich beim Brunch zu Hause: Vor allem bei Singles und Berufstätigen sind die praktischen Portionspackungen als Begleiter beliebt.

Die Honigqualität entspricht den hochwertigen Langnese Honigen “Sommerblüte, goldklar” und “Landhonig, goldcremig” im markentypischen Sechs-Eck-Glas. Langnese “Sommerblüte, goldklar” ist Deutschlands beliebtester Markenhonig.

Alles für mehr Bienenschutz

Bienen App
Bienen App

Berlin – Etwa ein Kilogramm Honig verzehrt jeder Bundesbürger im Schnitt pro Jahr. Rund ein Viertel der benötigten Menge wird in Deutschland hergestellt – von etwa 97.000 Imkern.

Trotz der hohen ökologischen und ökonomischen Bedeutung der Imkerei haben viele Imker erhebliche Probleme zu bewältigen. Sie kämpfen immer wieder mit hohen Bienenverlusten, hervorgerufen besonders durch eine Vielzahl von Krankheiten, durch ungüns­tige Witterungsbedingungen oder aber bedingt durch abnehmende blütenreiche Flächen, die den Bienen als Nahrungsgrundlage dienen.

Auch Auswirkungen durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft werden in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert. Bei einer Fachtagung in Berlin bringt das Bundeslandwirtschaftsministerium Vertreter aus Imkerei, Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik an einen Tisch, um über Zukunftsperspektiven der Bienenhaltung zu beraten.

Zum Auftakt der Veranstaltung am Montag in Berlin sagte der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Robert Kloos: „Unser Anliegen ist die Verbesserung der Bienengesundheit, die Verbesserung des Nahrungsangebots für die Bienen und eine noch gezieltere Forschung. Hier gibt es einen breiten Konsens aller gesellschaftlich relevanten Kräfte. Mit unserer Fachtagung holen wir alle Akteure an einen Tisch, um deutlich zu machen: Bienenschutz geht alle an.“

Grundlage der Beratungen ist die Analyse des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit dem Titel „Bestandsaufnahme und Perspektiven der Bienenhaltung und Imkerei in Deutschland“. Darin werden konkrete Maßnahmen zugunsten dieses Wirtschaftssektors vorgeschlagen. Darin eingeflossen sind auch die Erkenntnisse aus dem Deutschen Bienenmonitoring (DeBiMo), das seit 2010 unter finanzieller Beteiligung des Bundeslandwirtschaftsministeriums durchgeführt wird.

Etwa 80 Prozent der 2.000 bis 3.000 in Deutschland heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bienen als Bestäuber angewiesen. Leider hat die Bestandsentwicklung gerade bei Honigbienen in den letzten Jahren Anlass zur Sorge gegeben, es kam wiederholt zu größeren Winterverlusten bei den Bienenvölkern.

Angesichts dieser Entwicklung will das Bundeslandwirtschaftsministerium gegensteuern. So wird ein breites Spektrum an Forschungsvorhaben gefördert, um die Ursachen für Winterverluste bei Bienenvölkern zu identifizieren und um die Bienengesundheit zu verbessern. Zudem werden der Landwirtschaft Anreize gesetzt, die Lebensbedingungen für Bienen zu verbessern, etwa durch die Förderung der Anpflanzung blütenreicher Ackerrandstreifen oder die Erhaltung von Obstbaumbeständen.

Darüber hinaus hat die Europäische Union mit Unterstützung Deutschlands zum Schutz der Bienen die Anwendung von einigen Pflanzenschutzmitteln deutlich eingeschränkt. Dabei wurde auch das in Deutschland bereits bestehende hohe Schutzniveau bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln aufrechterhalten.

Das Bundesverbraucherministerium hat zudem zur Information von Verbrauchern eine kostenlose Bienen-App bereitgestellt. Private Haushalte erhalten darin praktische Hinweise wie sie zum Erhalt der Bienenvölker beitragen können, etwa indem sie einen Garten oder Balkon mit besonders bienenfreundlichen Pflanzen gestalten.

Informationen zur Bienen-App sind im Internet verfügbar unter www.bmelv.de/bienen-app (Quelle/Foto: bmelv)

Bienen App
Bienen App

Wieder ein schlechtes Jahr bei der Honig-Ernte

Umfrage zur Frühtrachternte 2013 abgeschlossen
Die Frühjahrsblütenhonigernte ist in vielen Regionen Deutschlands im Jahr 2013 aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse total ausgefallen. Viele Imkereien sprechen von einem „Katastrophenjahr“. Nur die Ernten aus der Robinientracht waren zufriedenstellend bis sehr gut. Das zeigen die Ergebnisse der Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen, an der sich in diesem Jahr fast fünftausend Imkereien beteiligt haben. Danach haben 71 % aller antwortenden Imkereibetriebe in Deutschland Frühtrachthonige aus ihren Völkern ernten können. In Baden-Württemberg und im Saarland waren es aber nur 60 %, in Schleswig-Holstein dagegen 92 %.

Im Mittel konnten die Imker, die geschleudert haben, deutschlandweit 13,6 kg je Volk ernten, bezieht man die Imker ohne Ernte ein, lag der Ertrag je Volk bei nur noch 9,6 kg je Volk. In Durchschnittserntejahren liegt dieser Wert bei 20 bis 25 kg/Volk.

Vergleicht man die einzelnen Bundesländer, zeichnet sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle ab. Während in Schleswig-Holstein 22,3 kg und in Mecklenburg-Vorpommern noch 18,2 kg
je Volk den Völkern entnommen werden konnten, waren es in Bayern und Baden- Württemberg im Mittel nur etwa 10 kg je Bienenvolk.

Der Wassergehalt lag in allen Bundesländern zwischen 17 und 18 %, regional auch darüber. Ein hoher Anteil der Imker erntete Honige, die mit einem Wassergehalt gleich oder größer 18 % nicht mehr den D.I.B.-Qualitätsrichtlinien entsprechen. Hier sind besonders Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg betroffen.

i.m.a – Die Biene

i.m.a - Die Biene
i.m.a – Die Biene

„Fleißig wie eine Biene“ ist ein bekanntes Sprichwort. Und es stimmt: Rund 80 Prozent der Kultur- und Wildpflanzen in Deutschland werden von Wild- und Honigbienen bestäubt. Außerdem liefern sie als unser drittwichtigstes Nutztier neben Honig auch Pollen, Propolis, Gelée Royal, Wachs und Bienengift, welches für zum Beispiel Kosmetika verwendet wird.

Mehr über die Vorfahren der Biene, Bienenarten, die Biologie und Haltung sowie über die Bestäubungsleistung erfahren Sie in der neuen 3-Minuten-Information der i.m.a „Die Biene“. Die handliche Broschüre im Postkartenformat ergänzt das beliebte i.m.a-Unterrichtsposter „Die Honigbiene“. Beide Medien werden von der i.m.a kostenlos angeboten und können im i.m.a-Webshop bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Honig in Deutschland sehr beliebt

Berlin – Fast zwei Drittel aller Verbraucher in Deutschland (63 Prozent) essen regelmäßig Honig.

In Ostdeutschland ist Honig mit 73 Prozent regelmäßiger Konsumenten sogar noch beliebter als im Westen (61 Prozent). Beim Kauf und Konsum von Honig ist es 78 Prozent der Verbraucher wichtig, dass der Honig aus Europa stammt. 73 Prozent geben an, auf deutsche Produkte zu achten – 67 Prozent bevorzugen vor allem Bienenhonig aus ihrer Heimatregion.

Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (16./17. Mai 2013, 1.003 Befragte). Das Ministerium veröffentlichte am Mittwoch eine neue, kostenlose Bienen-App für Smartphones, um für den Schutz der Bienenvölker zu werben.

Nach Meinung der Deutschen sind Bienen nicht nur für die Bestäubung von Pflanzen und die Honigproduktion wichtig, sondern auch für den Erhalt der Artenvielfalt (94 Prozent), die Wachsproduktion (65 Prozent), zur Heilung von Krankheiten (60 Prozent) sowie zur Herstellung von Kosmetikartikeln (37 Prozent). In Deutschland sind rund 550 Bienenarten heimisch, die für das gesamte Ökosystem, den Gartenbau und die Landwirtschaft wichtige Aufgaben erfüllen.

Jeder zweite Befragte (51 Prozent) ist der Meinung, dass sich Bienen in Deutschland vor allem auf dem Land halten lassen – 48 Prozent aber sind der Meinung, Imkerei sei sowohl auf dem Land, als auch in der Stadt möglich. Wie erfolgreich sich Bienenhaltung auch in der Stadt etablieren kann und wie sie funktioniert, machte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am Mittwoch bei einem Besuch auf dem Dach des Berliner Doms deutlich, wo die Initiative „Deutschland summt“ mit ihren Bienenstöcken ein sichtbares Zeichen für den Schutz der Honigbienen und der biologischen Vielfalt setzt.

Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 1 Kilo Honig liegt Deutschland beim Honigverbrauch weltweit an der Spitze. Insgesamt werden in Deutschland rund 85.000 Tonnen Honig pro Jahr konsumiert. Die bundesweit etwa 750.000 Bienenvölker können bei einer Erntemenge von 20 bis 30 Kilogramm Honig je Bienenvolk den Bedarf der heimischen Verbraucher nur zu etwa einem Fünftel abdecken. Rund 80 Prozent des in Deutschland konsumierten Honigs stammt daher aus Importen aus der Europäischen Union und anderen Staaten. (bmelv)

Rabsblüte 2013

Rabs
Rabs

Berlin (ots) – Später als im vergangenen Jahr, jedoch imposant wie immer, blüht in diesem Jahr der Raps in Deutschland. Auf etwa 1.4 Millionen Hektar präsentieren sich die Rapsfelder jetzt drei Wochen lang in intensivem Gelb. Die leichte Verspätung der Rapsblüte hat ihre Ursache im Winter, der in diesem Jahr viel länger als erwartet dauerte. Bis in den März hinein waren viele Rapsflächen mit einer Schneedecke überzogen. Das war für die jungen Pflanzen jedoch kein Problem. Sie haben einfach unter dieser Schneedecke überwintert. Die Decke aus verharschtem Schnee währte in diesem Jahr nur kurz, so dass der Raps weder erdrückt noch vom Sauerstoff abgeschnitten wurde. Mit den rasch steigenden Temperaturen im April fiel dann der Startschuss für ein beeindruckendes Schauspiel auf den Feldern. Die Pflanzen „explodierten“ regelrecht und holten im Frühjahr im Handumdrehen zwei Wochen Vegetationsverzug auf.Es gibt kaum eine andere Pflanze, der man im Frühling so regelrecht beim Wachsen zusehen kann wie dem Raps. Ursache ist das im Vergleich zu Getreide viel stärker verzweigte Wurzelwerk mit zahllosen Härchen, die die Wurzeloberfläche noch einmal um ein Vielfaches vergrößern.

Raps wird auch als „Stickstoffpumpe“ bezeichnet, denn er saugt den Stickstoff, den die Landwirte im Frühjahr als Dünger ausbringen, regelrecht auf. Zusammen mit einer vielerorts guten Wasserversorgung führte das dazu, dass die Rapspflanzen in diesem Jahr in kurzer Zeit in die Länge schossen und sich optimal verzweigten. An diesen Verzweigungen bzw. an der Dichte der Rapsblütenstände kann der Fachmann das Ernteergebnis abschätzen. Und so wie es momentan aussieht, wird die Ernte im Juli trotz des langen Winters im Vergleich zum Vorjahr nur etwas geringer ausfallen.
Foto: obs/UFOP e.V./Dietrich Habbe

Der Winter wird auch den Bienen zu lang

Vielen Völkern droht der Hungertod

10.4.2013 (aid) – Der lange Winter ist eine Gefahr für die Bienen. Viele Völker können bei frostigen Temperaturen die Futterwaben nicht mehr erreichen und sind daher vom Hungertod bedroht, erklärt das Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen (RLP).

Normalerweise schaden Frost und Schneefall den Bienenvölkern nicht, denn selbst bei Minusgraden ist es im Stock mollig warm. Je kälter es ist, desto mehr ziehen sich die Insekten eng zu einer Traube zusammen. Sie produzieren, ohne die Flügel zu bewegen, mit ihrer Flugmuskulatur Wärme. Auf diese Weise wird die Energie des eingelagerten Honigs genutzt, um die Kerntemperatur bei rund 20 °C zu halten. Zur Versorgung der Brut muss die Temperatur im Volk sogar bei etwa 35 °C liegen.

Durch die anhaltend kalte Witterung sitzen die Bienen nun schon lange Zeit in der Wintertraube und haben in diesem Bereich das Futter weitestgehend aufgezehrt. Zwar wandern sie den Futterreserven hinterher, wechseln aber ungern von Wabe zu Wabe. Daher können schon wenige Zentimeter Abstand zum Hungertod führen. Des Weiteren haben die zwischenzeitlich frühlingshaften Temperaturen insbesondere starke Völker zum Brutgeschäft animiert. Diese sind besonders gefährdet, da die Brutpflege zusätzliche Energie kostet und den Futterverbrauch deutlich ansteigen lässt.

Die Imker sollten trotz niedriger Temperaturen die Völker vorsichtig öffnen und den genauen Sitz der Traube feststellen. Eine einfache Gewichtskontrolle des Bienenkastens sei derzeit nicht ausreichend, um die Futterversorgung zu beurteilen. Die Völker können verhungern, obwohl außerhalb der Wintertraube noch Reserven vorhanden sind. Die Experten raten, Futterwaben vom Rand direkt an den Bienensitz zu hängen oder notfalls Waben aus anderen Völkern einzusetzen. Alternativen sind fertige Futterteige oder eine Flüssigfütterung.
Heike Kreutz, www.aid.de

Bienensterben mit Bienenweiden vermindern

04.04.2013

Bern – Nahrungsmangel während des Sommers macht Bienen anfällig für Krankheiten und Parasiten.

Die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL der Berner Fachhochschule entwickelt zusammen mit Partnern Saatgut-Mischungen für Bienenweiden. Erste Resultate sind sehr vielversprechend.

Das Bienensterben hat einen Namen: Varroamilbe. Auch Sauerbrut, Viren und Nahrungsstress setzen den Bienen zu. Hinzu kommen gewisse Pestizide: Sofern sie vorschriftsgemäss angewandt wurden, konnte für die Schweiz bislang zwar kein Zusammenhang von deren Einsatz mit dem Bienensterben nachgewiesen werden. Ausschliessen lässt er sich aber auch nicht. Vielfach ist es die Kombination verschiedener Faktoren, die ein Bienenvolk dauerhaft schwächt und schliesslich zu seinem Absterben führt.

Der Nahrungsstress scheint in der Zeit, wenn Raps, Löwenzahn und Obst verblüht sind und der Wald noch keine Nahrung bietet, einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung, Gesundheit und Abwehrkraft der Bienen zu haben. Denn zu dieser Jahreszeit befinden sich die Bienenvölker noch im Aufbau. Um die Trachtlücke zwischen Mitte Mai und Ende Juli zu schliessen und den Bienen attraktive Nahrungsplätze während des Sommers zur Verfügung zu stellen, entwickelt ein Forscherteam der HAFL zusammen mit apisuisse, dem Inforama Rütti, dem Bernischen und Schweizerischen Bauernverband Saatmischungen für Bienenweiden.

Fünf Mal mehr Honigbienen

Das Projekt, das von fenaco/UFA-Samen unterstützt wird, zeigt nach zwei Jahren Forschung erste, vielversprechende Resultate: Mit den getesteten Saatmischungen konnte der Menuplan für die Bienen zeitlich so ausgeweitet werden, dass die Insekten von Anfang Juni bis Ende Juli reichlich Nahrung finden.

Selbst im Vergleich mit Buntbrachen – also Mischungen aus Wildkräutern, die wichtige Ökoflächen für viele Lebewesen, darunter auch Bienen, sind – schnitten die Bienenweiden sehr gut ab: In den Versuchsanlagen mit Bienenweide-Mischungen wurden fünf Mal mehr Honigbienen und zwei bis drei Mal mehr Wildbienen gezählt als in Buntbrachen. «Einzig die Trachtlücke von Mitte Mai bis Anfang Juni kann in der Regel wegen des Bodenfrosts bei der Aussaat nicht gefüllt werden», so Projektleiter Hans Ramseier. Eine so kurze Zeit falle für die Bienen aber viel weniger ins Gewicht.

Die neuen Bienenweide-Mischungen weisen einen weiteren wesentlichen Vorteil auf: Sie gedeihen nicht nur auf nährstoffarmen sondern auch auf humusreichen Böden. Zudem stossen sie bei den Landwirten auf breite Akzeptanz. «Das Thema Bienensterben und die Einstellung, dass man dagegen etwas machen muss, überzeugt praktisch jeden», fasst Ramseier die Erfahrungen zusammen. (hafl)

Bienen „erfühlen“ elektrische Felder

Neue Aspekte der Bienen-Kommunikation: Bienen „erfühlen“ elektrische Felder

Bienen können unterschiedliche elektrische Ladungen auf der Körperoberfläche ihrer Artgenossen wahrnehmen, unterscheiden und ihre Bedeutung erlernen. Das haben jetzt Wissenschaftler der Freien Universität Berlin um Professor Randolf Menzel und Uwe Greggers herausgefunden. Die Forscher vermuten, dass die Tiere diese „Sinnesfähigkeit“ nutzen, um sich zu orientieren und untereinander zu kommunizieren, etwa beim bekannten Schwänzeltanz, mit dem sich die Bienen Richtung und Entfernung einer guten Futterquelle mitteilen. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the Royal Society B. berichten die Wissenschaftler über ihre Forschungsergebnisse.

Das Projekt wurde in den vergangenen 18 Monaten von der Klaus-Tschira-Stiftung unterstützt.

Wenn Bienen durch die Luft fliegen, ihre Körper im Stock aneinander reiben oder Teile ihres Körpers gegeneinander bewegen, lädt sich ihr Körper mit elektrischer Ladung auf. Die Wachsoberfläche ihres Körpers verhindert, dass die Ladung abfließt, wenn sie landen und in den Stock zurückkehren. Die Forscher zeigen in ihrer Untersuchung, dass Bienen auf unterschiedlich geladene elektrische Felder mit spezifischen Bewegungen ihrer Antennenfühler reagieren. Mithilfe der Sinneszellen, die auf diesen Antennen liegen, nehmen sie die Ladungen wahr und unterscheiden sie. „Die Bewegung der Antennen haben wir in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Professor Martin Göpfert von der Universität in Göttingen mit einer speziellen Kamera aufgezeichnet und deren Bilder ausgewertet“ sagt Uwe Greggers, einer der Autoren der Studie. Außerdem haben die Forscher gezeigt, dass Bienen lernen können, unterschiedliche elektrische Felder und ihre zeitlichen Muster zu unterscheiden.

Die Gruppe um Menzel zieht aus ihren Experimenten außerdem den Schluss, dass die elektrischen Felder eine wichtige Rolle bei der sozialen Kommunikation im Stock spielen, z.B. beim Schwänzeltanz. Die nachlaufenden Bienen registrieren die von der Tänzerin ausgehenden zeitlichen Muster der elektrischen Felder und erkennen daraus die Entfernung der Futterquelle. Auf diese Weise ist zum ersten Mal nachgewiesen worden, dass bei einem landlebenden Tier elektrische Ladungen der Körperoberfläche zu elektrischen Feldern führen, und damit eine neue Wahrnehmungswelt eröffnen. Bisher war das nur von im Wasser lebenden Tieren bekannt, wie etwa dem Zitteraal.

Fachartikelnummer DOI: 10.1098/rspb.2013.0528

Honigbienen alleine reichen nicht aus

Wildbiene
Wildbiene

Etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion wird von Bestäubung beeinflusst – und herrscht ein Mangel an Bestäubern, fallen die Ernten oft sehr gering aus. Eine weltweite Studie mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun gezeigt, dass Pflanzen besonders viele Früchte und Samen hervor bringen, wenn möglichst viele unterschiedliche Arten frei lebender Bestäuber vorhanden sind. Honigbienen können diese wilden Bestäuber nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Science erschienen.
Fotos: Uni Göttingen

Neue Studie zeigt: Maximale Ernte gibt es nur mit Bestäubervielfalt

Wildbiene
Wildbiene

(pug) Etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion wird von Bestäubung beeinflusst – und herrscht ein Mangel an Bestäubern, fallen die Ernten oft sehr gering aus. Eine weltweite Studie mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun gezeigt, dass Pflanzen besonders viele Früchte und Samen hervor bringen, wenn möglichst viele unterschiedliche Arten frei lebender Bestäuber vorhanden sind. Honigbienen können diese wilden Bestäuber nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen: Die Forscher konnten nachweisen, dass der Blütenbesuch der wilden Bestäuber, insbesondere der Wildbienen, doppelt so effektiv ist wie der der Honigbienen. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 600 Felder mit 41 Nutzpflanzenarten aus 20 Ländern. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Science erschienen.

Landwirtschaft hängt von vielen Leistungen der Natur ab, die keinen direkten Marktwert haben: von Zersetzungsprozessen im Boden, Wasserreinigung, natürlicher Schädlingskontrolle und der Bestäubung von Nutzpflanzen durch frei lebende Bestäuber. Dazu zählen Wildbienen, Fliegen, Käfer, Schmetterlinge, Vögel und Fledermäuse. Die an der Studie beteiligten Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen untersuchten sowohl Kaffee- und Kürbisplantagen in Indonesien als auch Erdbeerfelder und Kirschbäume in Südniedersachsen.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine ertragreiche Landwirtschaft nicht ohne Artenvielfalt auskommt“, so Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Es wäre sehr riskant, sich bei der Bestäubung von Nutzpflanzen alleine auf die vom Menschen gemanagten Honigbienen zu verlassen, deren Anzahl durch Parasiten und Pestizide in jüngerer Zeit stark beeinträchtigt wurde. Konzepte zur Förderung weltweiter Nahrungsmittelsicherheit sollten auch den Schutz frei lebender Bestäuber, namentlich der Wildbienen, berücksichtigen.“

Originalveröffentlichung: Lucas A. Garibaldi et al. Wild pollinators enhance fruit set of crops regardless of honey-bee abundance. Science Express online (28 Feb 2012). Doi: 10.1126/science.1230200.

Für europaweiten Bienenschutz

Bundesagrarministerium kämpft für europaweiten Bienenschutz
Berlin – Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bedauert, dass es einem Vorschlag der EU-Kommission zur europaweiten Einschränkung der Pflanzenschutzmittelgruppe Neonikotinoide zum Schutz der Bienen heute in Brüssel aufgrund gravierender Bedenken nicht zustimmen konnte.

Auch wenn der Vorschlag eine Reihe von Elementen enthält, die dem bisherigen Vorgehen in Deutschland entsprechen, fehlen doch einige wichtige Regelungen. So kann der Vorschlag der EU-Kommission dazu führen, dass es schwieriger wird, das hohe Schutzniveau für Bienen in Deutschland zu halten. Deshalb hat sich Deutschland bei der Abstimmung im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und die Tiergesundheit (STALUT) enthalten.

Deutschland hatte in den Verhandlungen alles daran gesetzt, wichtige Regelungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und einen umfangreichen Bienenschutz in Deutschland sicherstellen, auch in der EU-Regelung zu verankern. Dies ist nicht gelungen. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission soll die Verwendung von Neonikotinoiden als Beizmittel für Wintergetreide in ganz Europa möglich sein. In Deutschland ist dies jedoch wegen der damit verbundenen Risiken für Bienen verboten. 2012 waren in Deutschland über fünf Millionen Hektar mit Wintergetreide bestellt, das sind mehr als 40 Prozent der Gesamtackerfläche.

In der Abstimmung ist weder die notwendige qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der EU-Kommission noch gegen den Vorschlag zustande gekommen. Der Vorschlag der Kommission wird nun voraussichtlich in einem Berufungsverfahren weiter verhandelt. Eine endgültige Äußerung der EU-Kommission zum weiteren Verfahren steht noch aus. Deutschland wird die Zeit für weitere Beratungen mit allen Beteiligten nutzen und sich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die EU-Kommission ihren Vorschlag auch auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Deutschland nachbessert und risikobasiert im Sinne eines besseren Bienenschutzes vorgeht.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das ist Deutschland für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig ist, hatte bereits 2009 die Zulassung der Neonikotinoide zur Saatgutanwendung bei Mais und Getreide ausgesetzt und die Einfuhr, das Inverkehrbringen und die Aussaat von entsprechendem Saatgut verboten. Bislang haben neben Deutschland in Europa nur drei weitere Mitgliedsstaaten überhaupt Maßnahmen zum Schutz der Bienen eingeführt. Würde die Europäische Kommission schwächere Maßnahmen beschließen, wäre Deutschland an diese Vorgaben gebunden. (bmelv)

Wildbienen sichern gute ErntenViele Kulturpflanzen müssen von Insekten bestäubt werden, um hohe Erträge zu bringen. Dabei spielen Wildbienen eine weitaus größere Rolle als bislang angenommen. Das berichtet ein internationales Forschungsteam in „Science“.

„Die Bestäubung durch Honigbienen reicht aus, um hohe landwirtschaftliche Erträge zu sichern“: Diese weit verbreitete Auffassung ist nur bedingt richtig. Denn in Anbauflächen auf der ganzen Welt erhöhen wildlebende Insekten den Fruchtansatz auch dann, wenn bereits sehr viele Honigbienen vorhanden sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die jetzt in „Science“ veröffentlicht ist. Durchgeführt wurde sie unter Federführung der Leuphana-Universität Lüneburg, der Universität Würzburg und der Universität Río Negro in Argentinien.

Ein Fazit der Studie: Die Artenvielfalt in Agrarlandschaften hat weltweit eine große Bedeutung für die Sicherung der landwirtschaftlichen Erträge. Aber: „In vielen Agrarlandschaften hat die Insektenvielfalt durch Eingriffe des Menschen deutlich abgenommen“, erklärt Alexandra-Maria Klein, Professorin für Ökosystemfunktionen an der Leuphana-Universität Lüneburg. Aus diesem Grund sei die Bestäubung von Kulturpflanzen durch wildlebende Insekten, vor allem durch Wildbienen, inzwischen gestört und gefährdet.

600 Anbauflächen in 19 Ländern untersucht

Für die Studie hat ein 50-köpfiges internationales Forschungsteam Daten über 41 verschiedene landwirtschaftliche Systeme von 600 Anbauflächen in 19 Ländern verschiedener Kontinente zusammengetragen. Auf allen Flächen wurden Häufigkeit und Artenvielfalt der blütenbesuchenden Insekten und der Fruchtansatz zur Ernte protokolliert.

„Besonders hat uns interessiert, ob Honigbienen tatsächlich alleine die Bestäubung von Kulturpflanzen gewährleisten können oder ob auch andere, wildlebende Insekten von Bedeutung sind“, erläutert Ingolf Steffan-Dewenter, gelernter Imker und Professor für Tierökologie und Tropenbiologie an der Universität Würzburg.

Erstaunliche Ergebnisse der Studie

„Das Ergebnis unserer Arbeit ist erstaunlich“, erklärt Klein: „Wildlebende Insekten haben in allen 41 Anbausystemen einen positiven Effekt auf den Fruchtansatz. Eine größere Zahl von Honigbienen erzielt diesen Effekt nur bei 14 Prozent der untersuchten Anbauten.“ Anders gesagt: 100 Honigbienen plus 50 Wildbienen bestäuben ein Feld viel effektiver als 150 Honigbienen.

Mit der gleichen Zahl von Blütenbesuchen erreichen wildlebende Insekten einen doppelt so hohen Fruchtansatz wie Honigbienen. „Das spricht für eine hohe Bestäubungseffektivität“, erklärt Klein. Pollenuntersuchungen in einem Teil der Anbausysteme lassen vermuten, dass die höhere Effizienz der wildlebenden Insekten nicht durch eine größere Menge, sondern durch eine bessere Qualität der transportierten Pollen zustande kommt.

Wildlebende Insekten fördern

Die gängige Praxis, gezielt Honigbienen in Kulturen wie Raps, Sonnenblumen, Erdbeeren, Äpfeln, Kirschen, Mandeln, Blaubeeren und Wassermelonen einzubringen, sichert demnach nur einen Grundertrag. „Aber die Landwirtschaft könnte höhere und stabilere Erträge erreichen, wenn sie die Bestäubungsleistung wildlebender Insekten überall optimal nutzen würde“, betont Steffan-Dewenter.

Wildlebende Insekten brauchen natürliche Ressourcen wie Nahrung und Nistplätze. Diese sind in einer von industrieller Landwirtschaft geprägten Agrarlandschaft nicht ausreichend vorhanden. „Das bedeutet, dass wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir wildlebende Insekten in Agrarlandschaften fördern können“, erläutert Klein. „Artenvielfalt ist dort besonders wichtig, weil auch die Honigbienen in vielen Gegenden immer seltener werden – durch Pestizide, Nahrungsmangel und eingeschleppte Parasiten“, erklärt der Würzburger Professor.

Konsequenzen für die Landwirtschaft

In der Praxis fordert das Ergebnis der Studie den Schutz und die Renaturierung naturnaher Lebensräume, blütenreichere Landschaften sowie größtmögliche Effizienz und Vorsicht beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. „Die Etablierung von Blühstreifen und Hecken, blühende Stilllegungsflächen und Untersaaten, vielfältige Fruchtfolgen, die Förderung von Nistmöglichkeiten für wildlebende Bestäuber sowie ökologische Landwirtschaft können dazu beitragen“, so Steffan-Dewenter.

Nun seien angewandte Wissenschaft, Politik und Praxis gemeinsam gefordert, so das Forschungsteam: Es gehe darum, Agrarlandschaften zu entwickeln und zu propagieren, in denen die Biodiversität wildlebender Organismen berücksichtigt und gefördert wird. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion untrennbar miteinander verknüpft sind“, so das Fazit von Professorin Klein.

“Wild Pollinators Enhance Fruit Set of Crops Regardless of Honey Bee Abundance”, Science, online publizert am 28. Februar 2013, DOI: 10.1126/science.1230200

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

EU – Bienensterben durch Pestizid-Verbot stoppen

EU will Bienensterben durch Pestizid-Verbot stoppen

Brüssel – Die EU will Europas bedrohten Bienen durch ein Pestizidverbot zur Hilfe eilen: Die EU-Kommission hat am Donnerstag empfohlen, drei synthetische Insektizide (Neonicotinoide) zunächst für zwei Jahre aus dem Verkehr zu ziehen. Betroffen die Insektizide Thiamethoxam von Syngenta sowie Clothianidin und Imidacloprid von Bayer.

Die EU-Kommission reagierte mit ihrem Entscheid auf eine Studie der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA), wonach die Schädlingsbekämpfungsmittel für das grassierende Bienensterben verantwortlich sind. „Wir schlagen deswegen ein Pestizidverbot für Sonnenblumen, Raps, Mais und Baumwolle vor“, sagte Frédéric Vincent, Sprecher von Gesundheitskommissar Tonio Borg, in Brüssel.

Sowohl die Anwendung über den Samen, als auch über Granulat oder Spray sollten ausgesetzt werden. Geht es nach der Kommission, dann stimmen die Mitgliedsstaaten schon Ende Februar über die Massnahme ab, damit sie ab Juli greifen kann. Die Beratungen darüber begannen am Donnerstag.

In Deutschland gelte zum Schutz der Bienen bereits ein Neonicotinoid-Verbot für Mais, sagte Vincent. Auch Slowenien, Italien und Spanien hätten schon Massnahmen ergriffen. Allerdings gibt es in mehreren Ländern auch Vorbehalte.

Der Umweltschutzorganisation Greenpeace geht der Vorschlag aus Brüssel noch nicht weit genug. „In vielen Teilen Europas geht die Bienenpopulation rapide zurück“, sagte Greenpeace-Fachmann Matthias Wüthrich. „Das Verbot einiger weniger gefährlicher Pestizide ist nur ein sehr begrenzter Schutz.“