Bienenhaltung – Zahlen und Fakten

Bienenhaltung rückläufig

Biene
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(aid) Seit den 90er-Jahren ging die Zahl der Bienenvölker stetig zurück. Im Jahr 1990 hielten etwa 85.000 Imker ungefähr eine Millionen Bienenvölker, im Jahr 2008 betreuten etwa gleich viele Imker nur noch 750.000 Völker. Durchschnittlich hält also jeder Imker etwa neun Völker. Die erwerbsmäßige Imkerei betreiben davon laut deutschem Imkerbund aber nur ein Prozent der Imker, das heißt etwa 850 Imker. Nur 2 Prozent der Imker bewirtschaften mehr als 50 Völker. Die Zahl der Bienenvölker ist rückläufig, weil

die Varroamilbe in den Völkern großen Schaden anrichtet und nur mit einem arbeitsintensiven Management eingedämmt werden kann, das Hobbyimker oft nicht leisten können,
es durch die intensive Landwirtschaft mit wenig Pflanzenvielfalt nur geringe und zeitlich begrenzte Bienenweiden gibt,
es an Imkernachwuchs fehlte und die häufig älteren Imker ihre Völkerzahl eher verkleinerten als vergrößerten. Seit 2008 zeichnet sich jedoch ein neuer Trend ab, denn die Mitgliederzahl im deutschen Imkerbund nimmt wieder zu.

Weltmeister im Honigverzehr

Im Jahr 2008 wurden in Deutschland etwa 15.000 Tonnen Honig erzeugt. Jedes Volk produziert etwa 15 bis 20 Kilogramm Honig pro Jahr. Die Nachfrage nach Honig in Deutschland ist aber viel höher. So decken die deutschen Bienen nur etwa 20 Prozent des deutschen Bedarfs. Das liegt auch daran, dass in keinem anderen Land so viel Honig verzehrt wird wie bei uns: Rund 1,4 Kilogramm Honig pro Kopf und Jahr lassen sich die Deutschen schmecken.

Deutscher Honig

Der Handel bietet eine große Vielfalt verschiedenster Honigsorten. Etwa vier Fünftel davon stammen nicht aus Deutschland. Erkennen kann man den deutschen Honig an der Bezeichnung „Deutscher Honig“, die nur Honig tragen darf, der auch auf dem Gebiet der Bundesrepublik gewonnen wurde. Für eine Abfüllung in den Gläsern des Deutschen Imkerbundes muss er auch durch einen sachkundigen Imker besonders schonend gewonnen und behandelt werden.

Biologische Imkerei

Laut einer Erhebung an der Universität Kassel gibt es in Deutschland etwa 320 biologisch arbeitende Imkereien. Davon betreiben etwa 3,3 Prozent die Imkerei als Haupterwerb, teilweise mit über 800 Völkern. Aber auch bei den Bio-Imkern sind die Hobbyimker am stärksten vertreten. Um Honig unter dem Biosiegel vermarkten zu können, müssen die Bienenstöcke so aufgestellt sein, dass möglichst im Umkreis von drei Kilometern biologisch angebaute Nektar- und Pollentrachten wachsen. Die Bienenstöcke (Beuten) müssen aus natürlichen Materialien bestehen, und in auch in den Bienenstöcken dürfen nur natürliche Produkte verwendet werden. Bei Saisonende muss genügend Honig und Pollen in den Bienenstöcken zur Überwinterung verbleiben. Das Füttern ist nur in Ausnahmefällen zulässig. Für die Behandlung mit Tierarzneimitteln gibt es spezielle Vorschriften. Für die ökologischen Anbauverbände wie Bioland oder demeter gelten teilweise noch strengere Richtlinien.

Quelle : aid
Autorin: Antje Elfrich, Brühl